Das jungsteinzeitliche Jaspisbergwerk in Kleinkems

Der Felsen in Kleinkems ist stark zerklüftet und damit einer intensiven Witterung ausgesetzt. In Folge davon zerfällt der Malmkalk zu Schuttmassen, aus denen bereits in der Altsteinzeit (Paläolithikum Mitteleuropa 500.000 – 8000 Jahre v. Chr.) Jaspis herausgelesen wurde.

 

In der Jungsteinzeit (Neolithikum 4300 – 3900 Jahre v. Chr.) wurde die Gewinnung intensiviert. Durch Feuersetzen wurde der Fels zermürbt und ließ sich dann mit Schlägeln leichter zertrümmern. Es wurde treppenartig gegen den Berghang vorgearbeitet.

 

Bei dem Jaspisabbau von Kleinkerns handelt es sich um ein regional einzigartiges, neolithisches Bergwerk, welches unter enormem Arbeitsaufwand betrieben wurde. Die dort vorhandenen Abbauhöhlungen und eine 200 m lange Abbauterrasse werden nur als kleiner Überrest eines ursprünglich viel ausgedehnteren Abbaues angesehen, da die direkt nach Westen und Süden angrenzenden Areale durch Gleisbau und Steinbruchbetrieb weitgehend zerstört sind.

 

1939: Bei Gleisarbeiten wurde eine Höhle entdeckt. Prof. Robert Lais, Universität Freiburg, weist hier – erstmals in Deutschland – einen jungsteinzeitlichen Feuerstein-Abbau nach.

 

1951-53: Prof. Dr. Elisabeth Schmid, Universität Freiburg/Basel, führt zusammen mit dem Bergbaumuseum Bochum mehrere Ausgrabungen durch. Ihr verdanken wir die wissenschaftliche Auswertung und Veröffentlichung der Grabungsergebnisse.

Professor Elisabeth Schmid (oben im Bild) aus Basel untersuchte in den 1950er Jahren die Abbaustelle.

Wie Professor Schmidt bei den damals vom Deutschen Bergbau-Museum in Bochum finanzierten Grabungen nachweisen konnte, wurden dort Knollen von 3 bis 30 cm Größe aus einem besonders schönen und hervorragend guten Silex abgebaut.

2003: Forschungsgrabung Prof. Dr. Frank Siegmund, Universität Basel, Grabungsleiter Felix Engel, Uni Basel.

Felix Engel bei den Grabungen in Kleinkems. (Foto: Helga Meier)

2004: Grabungen fortgesetzt und abgeschlossen.
50 Proben von Holzasche, die zum Feuersetzen verwendet wurde, zur C-14-Datierung gewonnen. Das Ergebnis: die Holzkohle stammt aus der Zeit 4250 – 4050 v. Chr.
5 Suchschnitte auf einer Strecke von 35 m gelegt. Dabei Schutthalden des neolithischen Bergbaus nachgewiesen

2008: Michael Kaiser, Uni Basel, entdeckt auf dem Abbruchgelände der „Zementi“ neue Spuren steinzeitlicher Jaspissuche.
Nicht, wie bisher angenommen, von einer Abbruchkante her wurde abgebaut, sondern die Menschen gruben danach. Möglich war das, da sich hier kein massiver Fels befand, sondern natürliche Hohlräume, in dem sich nur lockeres Gestein gesammelt hatte.
Auch zahlreiche Überreste alter Steinhämmer mit Spuren früherer Benutzung fand Kaiser.

Graben im Auftrag der Denkmalbehörde: Das Halbrund zeigt den steinzeitlichen Abbau von Jaspisknollen beim Abbruchgelände in Kleinkems an. Den Schutt davor haben steinzeitliche Kumpel hinterlassen. (Foto: Dr. Maren Siegmann)

Am Tag des Geotops, im September 2015 und 2016, konnten mit Unterstützung der Isteiner Bergwacht und ihrer großen Leiter Führungen im Jaspisbergwerk angeboten werden. Die Museumsleiterin Dr. Siegmann berichtete derweil an einem Informationstisch unterhalb des Bergwerks über die jungsteinzeitlichen Funde.

Auch für 2017, am 17. September, Tag des Geotops, fanden Aktionen am und um das Jaspisbergwerk statt.

(Fotos: Jutta Schütz)

2008 hat die Gemeinde Efringen-Kirchen die Zementfabrik abgebrochen, auch die Treppe zum Aufstieg auf die Felsterrasse. Die Gemeinde sagte noch im selben Jahr zu, eine neue Treppe zum Jaspisbergwerk zu installieren.
Dieses Vorhaben wurde leider bis heute nicht umgesetzt.

Ein 4500 Jahre altes Bergwerk (Oberbadische Zeitung 22.09.2017)

Ein Geotop mit 4500 Jahren Geschichte (Bad. Zeitung 19.09.2017)

Von Feuersteinen und Wurfgeschossen (Bad. Zeitung 23.09.2016)

Bergwerk ist einzigartikes Denkmal (Bad. Zeitung 23.07.2016)

Vorerst keine Treppe zum Jaspisbergwerk (Weiler Zeitung 22.07.2016)

Vorerst keine Treppe zum Jaspisdenkmal (Bad. Zeitung 22.07.2016)

Sicherer Zugang gefragt (Bad. Zeitung 15.04.2016)

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